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Eine Göttin, die Menschen spaltet
Von Arne Schenk [15.05.2008, 21.58 Uhr]

„Psycho Luna“, das Solo-Projekt des gebürtigen Jülichers Claudio D’Orsaneo ist tot. Lang lebe „Psycho Luna“, die Band. Denn mit der CD „Göttin“ ist nach „Eis-Mann-Welt“ und „Nackt“ die Trilogie von „Psycho Luna“ für den ehemaligen Einzelkämpfer „Lunario“ beendet, gleichzeitig bedeutet dies den Start für ein Gruppenkonzept.

Psycho Luna: Alles, nur nicht langweilig

Psycho Luna: Alles, nur nicht langweilig

Und diesmal ist es keine Kopfgeburt mehr. Vielmehr hat sich das Selbstverständnis der Gothic-Pop-Punks allmählich immer solider gebildet, bis es sich auf der Europatournee Ende letzten Jahres vollständig verfestigt hat. Deshalb ist Claudio alias Mr. Luna mittlerweile auch „nur noch“ einer von vier gleichberechtigten Spielern und Sprachrohren der Formation.
Diese Entwicklung spiegelt sich in Geschichte der CD-Veröffentlichungen wider. Erschien Nummer 1 „Eis-Mann-Welt“ noch im Eigenvertrieb, kam die Band mit der zweiten CD „Nackt“ beim Label Modern Entertainment unter. Zwar war der Tonträger nun im Handel erhältlich, aber in Sachen Werbung war noch immer tote Hose. Dies änderte sich, als Blackbards Entertainment (BBE) die Band unter ihre Fittiche nahm.

BBE verschickte die „Göttin“ an Magazine, Radiostationen und europaweit an DJs mit der Bitte, die Scheibe zu bewerten, ob sie diese noch einmal spielen würden und welche Stücke am besten gefielen. Unter anderem die wichtigen Szeneblätter „Sonic Seducer“, „Orkus“ und „Zillo“ druckten positive Kritiken. Zusätzlich erschienen Anzeigen für die CD, und die Band war auf CD-Beilagen vertreten. „Die Leute müssen ja wissen, dass es die Platte gibt“, bekräftigt B-Punkt.
Schritt für Schritt geht es weiter, bemerkt auch Mr. Luna: „Die nächste Platte muss noch ein Stück besser sein.“ Wie empfand die Gruppe überhaupt die Veröffentlichung der „Göttin“? „Das Problem war, dass wir gerade tourten, als die CD herauskam. Wir haben nichts mitbekommen. Wir waren ja weg“, erinnert sich Schlagzeuger B-Punkt.

Fest steht zumindest, dass die Musik der Formation das Publikum in zwei Lager spaltet: „Einigen gefallen wir sehr gut, anderen gar nicht.“ Der Drummer bringt es auf den Punkt: „Für Gothic zu poppig, für Popper zu dark, für Metaller zu soft, für Punker zu ernst.“ Mister Luna fügt hinzu: „Ich bin überzeugt, dass gerade darin das Potential liegt. Aber auch die Gefahr.“
Die Heimatszene will das Quartett natürlich weiterhin im Auge behalten, möchte aber zusätzlich andere Gruppierungen ansprechen. Deshalb begaben sich die Psychos auf einmonatige Europatournee, just als die „Göttin“ das Licht der Welt erblickte. „Man hat auch bei den Konzerten gemerkt, entweder sind wir gut angekommen oder gar nicht“, erklärt Bassistin Leila Lugosi. Mister Luna ergänzt: „Entweder verrissen oder hoch gelobt – wichtig ist, das es nicht langweilig wirkt. Das ist das, wo wir hinwollen.“

Deutschsprachige Songs kommen im Ausland nicht gut an, meinten einige „Experten“ vor der Tour und rieten Mister Luna, auf der Bühne in Englisch zu singen, meint Gitarrist chp. Doch gerade das Festhalten an die eigenen Wurzeln erhielt viel Beifall in fremden Ländern. „In Barcelona kamen sogar ein paar Leute hinterher, sie fänden es toll, mit uns auf deutsch zu sprechen.“

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B-Punkt, chp, Mister Luna, Leila Lugosi

B-Punkt, chp, Mister Luna, Leila Lugosi

Insbesondere Frankreich und England zeigten sich sehr angetan von den düster-pop-punkigen Teutonen, so auch die Londoner „Audience“: „Es sah so von der Bühne aus, als ob es ein deutsches Grüppchen gäbe. Die haben mitgesungen, obwohl die Platte erst einen Tag vorher rausgekommen ist“, berichtet B-Punkt begeistert.
Die Franzosen stehen ohnehin derzeit auf Rockmusik aus hiesigen Landen, Rammstein oder Tokio Hotel. Über die Lunas stand in den Magazinen, dass sie eben Gott sei Dank nicht so klängen wie die Magdeburger Teenie-Popper, hält Leila fest. „Wo wir auch gut angekommen sind, ist im Osten Deutschlands“, unterstreicht B-Punkt in bester Erinnerung an den Dresdener Gig.

„Wir haben viel gelernt“, erzählt chp, „in allen Bezügen.“ Leila fügt hinzu: „Vor allem menschlich gesehen. Wir sind als Band näher gekommen.“
Die neue Gemeinschaftsseele wird auch auf den nächsten Silberling gebannt. Die Vorproduktion ist bereits abgeschlossen, zurzeit wird für die Aufnahmen geprobt. Zwar ist der Mister immer noch Hauptsonglieferant, doch ausgearbeitet werden die Stücke nun zusammen. Für Oktober/November sind die Aufnahmen geplant, die Veröffentlichung des Werkes dann für Frühjahr 2009. „Wir hatten noch nie so viel Zeit für ein Album“, meint ein sichtlich gut gelaunter Mister Luna.

Zwischendurch möchte die Band aber noch mal mit der „Göttin“ auf Tour gehen. So treten Psycho Luna am Samstag, 24. Mai, im Alten Rathaus, Alsdorf, am 21. Juni in Gummersbach beim BBE-Open-Air, am 10. September in Aschaffenburg im Colos-Saal (als Support für Eisheilig), am 19.09. im Underground in Köln (als Support für Eisheilig), am 11. Oktober wieder im Jülicher Kulturbahnhof und am 13. Dezember im Dürener Komm auf. Dass das mit der Tour tatsächlich klappt, steht nicht allein in den Sternen. Schließlich ist die Gruppe brandaktuell mit der Booking Agentur Amadis aus Berlin handelseinig geworden.

Auf der Suche nach einem Keyboarder sind die Lunas nach RKs Ausstieg hingegen nicht, allerdings „wenn sich jemand meldet, der kompetent ist und gut aussieht...“. Dabei sind sich das Mädchen und die drei Jungs auch bewusst: „Es ist schwierig, jemanden zu finden, der in dieses Gefüge passt.“ Immerhin, gibt sich die Formation enthusiastisch: „Es ist die beste Besetzung, die wir je hatten.“

Psycho Luna, gegründet Sommer 1998, aktuelle Besetzung:
Mister Luna: Gesang, Gitarre;
chp: Gitarre;
Leila Lugosi: Bass, Gesang;
B-Punkt: Schlagzeug, Samples.

Website: www.psycholuna.de


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