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Mit offenen Armen empfangen
Von Arne Schenk [09.08.2007, 19.31 Uhr]

Mit neuer CD „Between the Devil and the deep blue Sea“ gehen die aus Jülich stammenden Punk-Rocker „D-Sailors“ an den Start. Nachdem sie Ende Juni zum dritten Mal Brasilien unsicher gemacht haben, steht nun die Release-Party am Samstag, 11. August, 20.30 Uhr, im Kulturbahnhof Jülich an. Mitarbeiter Arne Schenk nahm mit Sänger Uli Sailor den Kurs auf.

Ingmar, Uli Sailor, Matthi, Uli G.

Ingmar, Uli Sailor, Matthi, Uli G.

Nach drei Jahren nun eine neue Sailors-CD. Was ist in der Zwischenzeit passiert?
Uli Sailor: Nachdem „Lies & Hoes“ rausgekommen ist, haben wir einen Besetzungswechsel vollzogen, indem Marco die Band verlassen hat, und Matthi eingestiegen ist. Matthi hat die Konzerte gespielt, als wir die CD promotet haben. Danach hatten wir uns zusammengesetzt im Zuge, dass ich nach Berlin gezogen bin, und haben uns überlegt, was wir machen, und uns entschieden, dass wir auf jeden Fall noch ein Album schreiben wollen, einfach weil das die beste Möglichkeit war, um die Band zusammenzuhalten. Dadurch, dass ich halt so weit weg war, konnten wir nicht so viele Konzerte spielen, aber dadurch, dass man zusammen Songs schrieb, konnte man weiter zusammen arbeiten. Ingmar hat weiter Songs vorbereitet und mir die per Mail nach Berlin geschickt. Ich habe mir Gitarrenparts darüber gelegt, Melodien geschrieben, ein bisschen arrangiert. Die haben ohne mich geprobt. Ich bin dann am Wochenende gekommen, und wir haben dann das weiter vorbereitet, was wir so in unserem stillen Kämmerlein in Aachen, Köln und Berlin ausgedacht haben.

Wie gut funktioniert diese Wochenendbeziehung?
Uli Sailor: Es ist sehr schwierig. Ich bin teilweise drei bis vier Wochenenden im Monat nach Köln gefahren, um zu proben. Das kann ich auf die Dauer nicht aufrecht halten. Da muss man halt überlegen, wie man das macht. Die einzige Lösung ist eigentlich, dass man das im Jahr bündelt. Man geht einmal im Jahr auf Tour und schreibt einmal im Jahr Songs. Früher konnten wir jedes Wochenende spielen oder proben, das geht heute nicht mehr.

Was hält D-Sailors nach 15 Jahren immer noch zusammen?
Uli Sailor: Wir sind ne super Band. Es ist wirklich ein harmonisches Gebilde. Mit der ganzen Geschichte, die wir haben, und der vielen Erfahrung, die wir zusammen gesammelt, die Platten, die wir aufgenommen, die Touren und Konzerte, die wir gespielt haben. Wir kennen uns einerseits sehr lange, andererseits haben wir wirklich viele Freunde. Das war ja nie so, dass wir es kommerziell geschafft hätten, aber trotzdem viel unterwegs waren und im Prinzip genau das gemacht haben, was Bands auch machen, die einen Plattenvertrag haben. Dieser Spirit. Wenn wir spielen, macht es jedes Mal total Spaß, wir haben eine eingespielte Crew, überall, wo man hinkommt, wird man mit offenen Armen empfangen. Es ist halt ein bisschen wie Klassenfahrt.

D-Sailors waren ja Ende Juni auch zum dritten Mal in Brasilien...
Uli Sailor: Wir haben ein sehr gutes Label da unten, das hervorragende Arbeit für uns leistet. Es hat mal wieder eine grandiose Tour organisiert. Da man in Deutschland mit dem Verkauf von CDs kein Geld mehr verdienen kann, und sich deshalb die Labels zurückhalten, CDs zu pressen, haben wir jetzt einfach die CDs aus Brasilien hierher gebracht, um sie bei der Release-Party unter das Volk zu bringen.

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D-Sailors 2007

D-Sailors 2007

„The Devil“ kommt zuweilen in den Songs vor. Ist es ein zentrales Thema bei D-Sailors?
Uli Sailor: Bei der Namensfindung hat das keine Rolle gespielt. Ich fühle mich nicht näher zu dem Teufel hingezogen als das vorher schon war, insbesondere, weil die Bedeutung ja gar nichts mit dem Teufel an sich zu tun hat. Natürlich: The devil is all around all the time. Aber „Devil“ heißt nicht „Teufel“ in diesem Zusammenhang. Es ist eine Redensart aus der Seemannszeit, wo die Matrosen die Schiffe, die lange auf See waren und wieder hereinkamen, das Schiff außen putzen mussten, das voll mit grünen Algen bewachsen war. Eine anstrengende, nervige Arbeit. Wenn man draußen am Schiff hing und schrubbte, dieses grüne Zeug, das nannte man „Devil“. Man hing also „between the devil and the deep blue sea“. Das hat sich bis in die heutige Zeit übertragen, das ist ein Sprichwort in England, sich zwischen zwei Übeln entscheiden zu müssen, also: Willst Du lieber Rasen mähen oder spülen?

Wie ordnest Du das neue Werk in den Gesamtkontext ein, wie würdest Du es charakterisieren?
Uli Sailor: Es ist das erste Album, das wir mit Matthi geschrieben haben, also das erste Album, wo nicht Marco Schlagzeug gespielt hat. Ich bin sehr froh, dass wir das gemacht haben, einfach weil es ein sehr großer Glücksfall war, Matthi getroffen zu haben, der sich sehr schnell integriert hat, der sich mit allen verstanden hat. Es war fast schon ein homogener Übergang, womit niemand hätte rechnen können, nachdem Marco die Band verlässt, dass ihn jemand ersetzen kann. Natürlich kann Matthi ihn nicht ersetzen, aber Matthi hat in die Band gebracht, was ihn ausmacht. Deswegen war es uns wichtig, jetzt ein Album zu schreiben. Und wir haben uns viel Gedanken über Sounds und Songwriting gemacht und versucht, ein kleines Gesamtwerk zu stricken. Ich glaube, es sind die besten Songs, die wir je geschrieben haben. Also, bei der Aufnahme hätte man über das ein oder andere streiten können, was aber einfach daran lag, dass wir nicht die Zeit hatten, immer gleichzeitig im Studio zu sein, aber das ist, glaube ich, dann gar nicht so wichtig. Ich merke das halt immer, während man an einem Album arbeitet, fallen einem die ganzen Kleinigkeiten auf, die man so hört und die man sich vielleicht anders vorgestellt hat, aber wenn man die Platte nachher in den Schrank stellt und holt sie irgendwann wieder heraus und hört sie sich an, gehört das einfach dazu. Das ist halt dieser Teil der Platte oder des Albums, der so ist, wie er ist, weil er damals so aufgenommen worden ist oder weil es damals den Umständen so entsprochen hat. Das ist gut so und soll so sein.

„Catcher in the Rye“ ist aber eindeutiger zuzuordnen. Welchen Reiz bietet der Fänger im Roggen?
Uli Sailor: Eigentlich wollte ich mich da weniger an dem Buch aufhängen, als dass es eher ein Hinhörer sein sollte. Das Buch handelt aber auch vom Jungsein, Probleme haben, sich selber finden wollen oder sich beweisen zu wollen. Eigentlich zeigt es ja auch nur, dass das Thema schon total alt ist, dass man jetzt irgendwie denkt, man lebt in der Zukunft oder im 21. Jahrhundert, aber dass das Thema schon so alt ist wie die Menschheit selber. Keine Ahnung. Ich glaube, ich habe es wirklich nur aus Sensationslüsternheit gewählt.

Infos unter:
www.d-sailors.de
www.kuba-juelich.de


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