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Mit Power durchstarten vom Gleis 3
Von Arne Schenk [11.05.2006, 13.43 Uhr]

„Gleis 3“ und „Züge Richtung Linnich“ lasen Schmitz und Peitsche, als sie am Kulturbahnhof saßen. Das wäre doch ein prima Namen für eine Band. Halt nur ein bisschen lang. Deshalb wählten der Sänger und der Gitarrist lediglich „Gleis 3“, und es passte perfekt.

Wo geht es denn hier zu Gleis 3?

Wo geht es denn hier zu Gleis 3?

Peitsche alias Stefan Peischard und Christopher Schmitz sind seit jeher gut befreundet und gingen in dieselbe Klasse. Auf einem Geburtstag „irgendwo in der Walachei in Daubenrath“ entstand die Idee, doch eine Band zu gründen. „Da waren auch noch zwei andere für Bass und zweite Gitarre dabei. Aber der Bassist ist schon zu Weihnachten ausgeschieden, weil er den Bass nicht gekriegt hat,“ erinnert sich Schmitz. Kurzum wurde einfach der zweite Gitarrist in den Bassistenstand erhoben.
Zuerst probten sie zu Dritt, aber immer auf der Suche nach einem Schlagzeuger. Der erste, den sie fanden, ist nach einem Tag wieder ausgeschieden. „Dann hat sich Martin aufgeopfert, obwohl er schon bei den Soifern gespielt habt.“ Mit dem kleinen, aber nicht unwesentlichen Unterschied, dass Martin Smotrycki dort den Sechsseiter bedient: „Ich habe eigentlich kein Schlagzeug gespielt. Dabei habe ich das dann ja auch gelernt.“ Voraussetzung war, dass er solange spielt, bis die Anderen einen Ersatz gefunden hätten. Jedoch wollte und wollte sich keiner freiwillig dieser Aufgabe widmen. Also übernahm Martin den Job ganz. „Irgendjemand muss das ja machen.“
Zwei oder drei Proben spielte Gleis 3 in dieser Konstellation. Dann gab es Bandstress mit dem Bassisten, was zum Rauswurf führte. „Dann hatte wir noch ein oder zwei andere Bassisten, bevor endlich Addi in die Band kam,“ erzählt Schmitz. Addi ist Adrian Schlesinger, der sich den anderen quasi aufdrängte: „Ich habe die angequatscht.“ „Addy kam aus heiterem Himmel dazu. Keiner von uns kannte Addy. Den haben wir erst auf diesem Geburtstag kennen gelernt“, erklärt Schmitz. Er spielte halt Bass, und der Rest suchte einen Bassisten. Sollte er halt mal auf einer Probe vorbeikommen. Adrian bemerkt trocken: „Ich habe mich einfach eingeschlichen, eingenistet.“
Seitdem machte das Quartett die Bühnen von Bonhoefferhaus, Roncalli-Haus, Haus Overbach, Kellersberg in Alsdorf unsicher. Der sechste Auftritt – ein Privatkonzert bei de Geburtstagsfeier von Schmitz hinzugerechnet - ist am 19. Mai wieder im Bonhoeffer-Haus. Mit dabei sind die Soifer (bei denen Martin immer noch Gitarre spielt), Salix, Garstic und Tex Mex. Beginn ist um 16.30 Uhr, der Eintritt kostet 3 Euro.
Zudem plant die Band im August oder September Aufnahmen für eine CD zu starten, mit Release-Termin Ende des Jahres. „Und es wird schön“, meint Addi, Peitsche fügt hinzu: „Es wird wundervoll, vor allem super lustig.“ „Eigentlich ist alles drin“, ergänzt wiederum Schmitz: „es ist lustig, tiefsinnig...“ Martins Kommentar: „Man kann gut dazu tanzen.“
Eine gemischte Musik mit wirklich eigenem Stil pflegt Gleis3. Es fallen Assoziationen wie Punk, Pop, Rock, auch Akustisches, bis Peitsche die Waffen streckt: „Das kann ich mir doch nie im Leben merken, wenn mich einer fragt, was wir für Musik machen.“ Adrian versucht, es auf den Punkt zu bringen: „Adrian: Es füllt die Lücken der Ärzte.“

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Stefan Peischard, Christopher Schmitz, Martin Smotrycki, Adrian Schlesinger

Stefan Peischard, Christopher Schmitz, Martin Smotrycki, Adrian Schlesinger

15 bis 20 fertige Stücke hat die Gruppe auf der Pfanne. „Einige spielen wir seit längerem nicht mehr, weil die überholt sind“, unterstreicht Peitsche. Adrian entgegnet: „Weil ihr nicht wollt. Ich will.“ Martin erwidert: „Du hast nichts zu melden, machst nur Bum-Bum“, worauf Addi sich beklagt, dass er von der Band nicht ernst genommen würde.
Ein Song-Favoriten der Band ist „Religion nein danke“ („Doch in der Hölle ist immer ein Zimmer frei und der Teufel lädt dich ein zur Schwelgerei.“). „Etwas abgedreht, aber lustig anzuhören“, beschreibt es Adrian, „und mit Ska-Einflüssen. Der Ska entzieht dem Lied die Boshaftigkeit.“ Es ist eigentlich eine Aufforderung zur Stellungnahme: Warum tut ihr das eigentlich? Warum betet ihr? Warum glaubt ihr daran?“, bekundet Schmitz.
„Hey Staat“ hingegen beschäftigt sich mit den Themen Ausländer, Arbeitslosigkeit, Verbrechensbekämpfung und soll zum Nachdenken anregen, was falsch läuft: „Hey Staat, merkst du denn nicht, dass du dir ständig widersprichst?“
Den Text zu „Ein ganz normaler Tag“ schrieb Schmitzh, als in Erfurt und in den USA die Schulattentate begangen wurden. Es geht darum, dass ein Jugendlicher von einem Klassenkameraden erschossen wird: „Hätt’ ich gewusst, dass ich mit 15 sterbe, dann hätte ich ganz anders gelebt.“
„Tier oder Mensch“ wiederum „behandelt die Vorstellung, wenn anstatt die Menschen Tiere essen, die Tiere Menschen essen“. Aber was ist denn so Besonderes daran? Das passiert doch immer wieder? Schmitz lacht: „Aber nicht, wenn der Hahn einen Menschen auf einem Teller serviert kriegt, mit Spinat daneben und so.“ Dem Thema „Selbstmord“ widmet sich das Lied „Ein Schritt“: Da geht es darum, jemanden zu retten: Hey, mach’ keinen Scheiß!“ („Hey, lass uns drüber reden, da gibt es noch ein Licht. Ich helfe dir dort hin, es ist nur ein kleiner Schritt.“)
Wenn die CD fertig ist, versucht Gleis3, Gigs in Aachen, Grevenbroich, Köln, Übach-Palenberg über bestehende Kontakte an Land zu ziehen, unter anderem mit den Partnerbands „Die Soifer“ und „Fraktion Rosa Panzer“. Möchte jemand von der Band vielleicht noch ein Schlusswort aussprechen? Klaro: Adrian: „Bringt Freude in die Welt.“

Gleis3, gegründet Sommerferien 2004:
Christopher Schmitz – Gesang, Keyboards;
Stefan Peischard – Gitarre;
Adrian Schlesinger – Bass;
Martin Smotrycki – Drums.
Homepage www.gl3is.de.vu


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