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Koroded: Raiders over Europe
Von Arne Schenk [27.03.2006, 19.46 Uhr]

Auf Hochtouren läuft die schwermetallische Koroded-Schmiede wie noch nie zuvor. Die neue CD „To have and to unhold“ erscheint auf dem Silverdust-Label am 31. März in Deutschland und anschließend am 3. April in Resteuropa. Nach einem Konzert in Stuttgart (31. März) stellen sie die neue CD auf einer weiteren Release-Party im Dürener KOMM am Samstag, 1. April der Öffentlichkeit vor. Als Gastbands sind Undertow und NME Mine an Bord. Anschließend geht das Quintett aus Düren-Jülich auf große Europatournee mit 31 Terminen bis zum 4. Mai, unter anderem in London, Manchester, Glasgow, Mailand, Rom, Paris, Berlin und Hamburg.

Ben Overmann, Frank Fleckenstein, Jan Röder, Falko Deters, Andreas Leifeld (von links)

Ben Overmann, Frank Fleckenstein, Jan Röder, Falko Deters, Andreas Leifeld (von links)

Nachdem sie bereits eine Zeitlang eine Band namens „Endoomed“ als Rohmaterial für künftige Großtaten bearbeitet hatten, hoben die beiden Gründungsmitglieder Gitarrist Andreas Leifeld und Sänger Jan Röder 1997 „Koroded“ wie ein solides Schwert aus der Glut des Brennofens. Den richtigen Schliff erhielt das schneidige Gerät, als im Jahr darauf Drummer Ben Overmann zu der Truppe stieß. Ab diesem Zeitpunkt kraxelten die Kors langsam aber unaufhaltsam die Karriereleiter immer weiter empor.
Welcher Ballast wurde seitdem abgeworfen? „Wenn man das sagen kann, dann waren es Mitglieder“, erklärt Ben. „Oder wir selber“, ergänzt Jan und gibt direkt das perfekte Beispiel für die Tugenden, die sich über die Jahre bewahrt haben: „Dass wir immer noch Spaß haben.“ Dabei versuchte die Band ganz konsequent, ohne Kompromisse ihre eigene Linie zu verfolgen: „Wir versuchen nicht, gezielt auf Züge auf zu springen“, betont Jan, Ben ergänzt: „oder hinterher zu laufen.“
„Wir haben sogar zu alten Tugenden zurückgefunden“, bestätigt Andreas mit einem kritischen Blick auf das zeitweilige Liebäugeln mit Nu Metal-Klängen. „Anfangs waren wir hart, zwischendurch melodisch und jetzt härter denn je.“ So sei Koroded professioneller und zielgerichteter als ehedem. Der Lohn der Mühe: „Wir dürfen jetzt mit Bands mit hohem Niveau spielen.“
Es sei sein Traumberuf, bekräftigt der hochgewachsene Dreadlocks-Träger, „nur, dass ich kein Geld damit verdiene.“ „Es trägt sich langsam“, entgegnet Jan. Ben konkretisiert: „Die Band kann davon leben, aber nicht die Mitglieder. Man macht keine Schulden, aber das ist es auch.“ Verzückt stöhnt Andreas: „Hach, Band wäre ich gerne.“
Live geht wie immer die Post ab. Zusätzlichen Druck erhielt die Combo durch den neuen zweiten Gitarristen, Frank Fleckenstein. „Es wird mehr gelabert auf den Proben“, junxt Jan, was aber durchaus positiv zu werten ist: „Das Songschreiben geht schneller, weil Andreas einen Gitarristen hat, mit dem er sich austauschen kann.“
Aber es gibt auch noch einen weiteren wesentlichen Vorteil: „Wir können das umsetzen, was auf der CD ist“, untermauert Ben. Andreas erklärt: „Es gibt uns die Möglichkeit, uns live nicht nur auf Riffs zu beschränken, sondern auch Soli oder Doppelmelodien einzuarbeiten.“ Auch stimmlich hat sich da einiges getan: „Er kann halt auch gut singen.“ So lässt sich in Konzerten auch der zweistimmige Gesang prima umsetzen.
Das einzige dauerhafte Problem ist zurzeit ebenfalls gelöst, zumindest was die Tour betrifft. Als Bassisten hat das Quartett Falko von „The Riots“ engagiert. Zustande gekommen ist die ungewöhnlichen Begegnung der dritten Art, „Punk-Rock meets Heavy Metal“ durch das gemeinsame Studium von Falko und Andreas. Anfangs fand der Punkrocker das Angebot von Andreas unrealistisch: „Aber dann habe ich mich damit angefreundet.“
Schließlich sei es eine gänzlich andere Art, Bass zu spielen. „Erstmal ist die Stimmung tiefer“, berichtet Falko, „dafür müssen die Saiten härter sein.“ Anfangs habe er einfach runtergestimmt, aber das funktionierte nich, denn der Sound wurde „nur schlabbriger“. Zudem sei Metal viel verschachtelter und pointierter im Gegensatz zum Punkrock, wo es ständig nur nach vor geht.

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Koroded: Haben sie es oder haben sie es nicht?

Koroded: Haben sie es oder haben sie es nicht?

Aber es gibt Schnittstellen, wie beim Koroded-Song „Epigone“, dass noch am ehesten in diese Richtung abgeht. Generell kommt Falkos Stil den Korodedlern sehr entgegen: „Das ist das Einzige, was zu Koroded passt, ein verspielter Bass mit vielen Melodien ist da fehl am Platz“, unterstützt Frank. „Es muss untenrum blasten und den Rest machen sowieso die Gitarristen.“ Soundmäßig sei der Bass eben das Fundament, meldet sich auch Ben zu Wort. Modisch gäbe es zwischen den beiden Stilrichtungen sowieso kaum Unterschiede.
Immerhin hat der Viersaiter auch nur vier Wochen gebraucht, um sich das ganze Programm drauf zu ziehen, zollt ihm Andreas seinen Respekt: „Das fand ich schon beachtlich.“ Jetzt habe er auch keine Lust mehr, „das ganze Zeug noch mal Jemandem zu zeigen“: „Für 50 Euro würde wir ihn den Riots abkaufen.“
Die große Liebe fürs Leben ist bei Falko allerdings noch nicht geweckt: „Ich sehe das eher als Zweckgemeinschaft. Dafür, dass ich mit den Jungs in die Welt fahren darf, spiele ich halt Metal.“ Wichtig ist für Andreas vor allem eins: „Er muss ein netter Kerl sein.“ Letztendlich muss die Band mit ihm auskommen, wenn sie 30 Tage unterwegs ist.
Erbarmungslos läuft die Zeit in Riesenschritten ab, bis es Ende des Monats auf Tour geht. Dafür hat Koroded drei verschiedene Sets zusammengestellt: ein langes für die Release-Partys als Headliner, ein 45-minütiges für ihre Rolle als Co-Headliner der israelischen Edelmetaller „Betzefer“ und ein kurzes für ihren Festivalbeitrag bei den „Fucking Easter“-Dates.
Dazu muss das Equipment gecheckt werden: Sind genügend Kabel, Saiten, Sticks und Felle da? Die Sounds werden aufeinander abgestimmt, damit die Mixer sich möglichst wenig damit herumschlagen müssen. Bass- und Gitarrenanlagen sowie Schlagzeug sollten nach dem „Plug-and-Play-Prinzip“ nur auf die Bühne gerollt werden. Zudem bemühen sich die Musiker, körperlich fit zu bleiben: „Ich versuche auch seit einiger Zeit zu laufen“, bekräftigt Andreas.: „Ich weiß, wie anstrengend so eine Tour ist.“
Und worauf freuen sie sich dabei am meisten? „Weg sein“, meint Andreas trocken. Ben antwortet: „Seit 1999 zum ersten Mal wieder in einem Nightliner zu fahren.“ Das bedeute Luxus, denn nach dem Konzert würde alles verladen „und das war’s“. Andreas fügt hinzu: „Du hast das Hotel immer bei dir. Du schläfst und wenn du aufwachst, bist du am nächsten Auftrittsort. Meistens hat man dann wesentlich mehr Zeit, um etwas zu sehen.“
Jans Vorstellungen zielen in ganz andere Richtungen: „Ich freue mich auf die Tour, weil ich das erste Mal nach langer Zeit wieder Single bin.“ Für Falko stehen einfach „nette Abende mit coolene Leuten und interessanten Gesprächen“ im Vordergrund. „Ich will einfach Spaß haben“, erklärt Frank, „30 Tage lang jeden Abend zu spielen, ist ein lang gehegter Traum. Der geht endlich in Erfüllung. An Orte zu kommen, wo man noch nie war und hoffentlich ein paar Leute abrocken sehen.“
Koroded:
Jan Röder – Gesang; Andreas Leifeld – Gitarre, Gesang; Frank Fleckenstein – Gitarre, Gesang; Ben Overmann – Schlagzeug; Falko Deters – Tourbassist.
Infos und die kompletten Tourdaten unter www.koroded.com.
Snippets von jedem Song des neuen Albums „To have and to unhold“ in einer Länge von 1.30 Minuten unter www.silverdust.de/release_info.php?id=70


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