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„Wir fühlen uns nicht als beste Band“
Von Arne Schenk [13.08.2005, 20.57 Uhr]

Neu sind sie nicht mehr so ganz, Krisen haben sie auch schon längst abgeschüttelt, dafür machen sie Lärm für Fünf: New Noise Crisis aus dem Inden-Dürener Raum. „Der Bandname war vorher anders“, bemerkt Bassist Dennis Stevens, „da hatten wir eine andere Gruppe mit fast derselben Besetzung.“ Dann wollte die Stammformation aber etwas Neues machen. Zu dieser Zeit geisterte „New Noise“ von Refused durch die Bandköpfe, „das absolute Überstück“. Und die Probleme mit der alten Band wurden einfach mitverpackt, eben zu „New Noise Crisis“.

Neuer Lärm kriselt nicht: Dennis, Dominik, Uwe, Kristian und Marco (von links).

Neuer Lärm kriselt nicht: Dennis, Dominik, Uwe, Kristian und Marco (von links).

schon rein optisch bei den Auftritten Marco Engel, der Mann hinter den Turntables. Seine Idee war es auch, das Crisis-Soundspektrum zu verbreitern: „Eigentlich war ich HipHop-DJ, hatte aber keine Lust mehr.“ Da er bereits vorher mit dem Metal-Virus infiziert war, hat er sich auf diesem Terrain umgetan: „Ich habe auf dem KSE-Festival 2003 die Jungs gesehen, und fand das gut. Dann habe ich Dominik eine Email geschickt, bin mit dem Krempel zu den Jungs gegangen, um es auf der nächsten Probe auszuprobieren. Und dann war ich irgendwann drin.“

„Es hat uns etwas Zeit gekostet, den DJ einzuarbeiten“, erinnert sich Shouter Kristian Kannengießer. „Ein großer Vorteil von Marco ist, dass er Songs verbinden kann, Übergänge schafft.“ „Ich versuche, themenbezogene Samples einzufügen“, definiert Marco seine Bandfunktion. Drummer Uwe Maletz sieht Marco als zusätzlichen Instrumentalisten: „Andere Bands haben einen zweiten Gitarristen.“ Mit ihm wurde denn auch die erste CD „Com unique Aid“ eingespielt. Eigentlich ist es die zweite offizielle, aber die erste offizielle, in 500er Auflage in Alsdorf bei Interdisc gepresst und die erste mit Marco. „Da sind viele von den alten Stücken drauf“, erzählt dieser. Eigentlich sollte der Silberling bereits seit über einem Jahr auf den Plattentellern rotieren. Kanne lässt die Aufnahmen noch einmal Revue passieren: „Wir hatten wohl jedes Problem, das man haben kann, wenn man eine CD selbst macht und nicht ins Studio geht.“

Jetzt heißt es erst einmal, die CD an den Mann zu bringen: Verschenkt, verkauft, an Magazine und an Clubs geschickt. „Auch an ein paar Label, kleinere Sachen, wo man eine Chance hat“, so Marco. Vier Jahre haben die Jungs daran gearbeitet. „Wir haben dabei zuviel Zeit verloren“, grummelt Kristian, „und währenddessen keine Zeit gehabt, neue Songs zu schreiben.“ Jetzt gilt es zu schreiben, was die Bretter halten. „Damit wir einige Songs auch weglassen können“, konstatiert Kanne. „Live macht es mehr Spaß, die neuen Songs zu spielen, als immer nur das alte Zeug.“ Ist damit die CD bereits abgehakt? „Es ist auch psychologisch wichtig“, apostrophiert der Sänger, Uwe Maletz fügt hinzu: „Außerdem haben wir ein vernünftiges Demo.“ Darauf erwidert wiederum der Sänger: „Und dann kommen hoffentlich auch die Gigs. Erstmal spielen, alles andere kommt dann vielleicht von selbst.“

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New Noise Crisis mischen am Samstag, 27. August, das Hambach Rock auf.

New Noise Crisis mischen am Samstag, 27. August, das Hambach Rock auf.

Quintett allerdings ein unerwarteter Erfolg: der erste Platz beim Musikpreis 2005 in der Dürener Endart. „Das war der Hammer“, grient Dennis. „Wir sind ohne Vorstellungen rangegangen, wollten einfach alles mitnehmen“, bemerkt Kristian, „dann standen wir plötzlich im Finale und haben das auch noch gewonnen.“ Konkurrenzneid scheint den Crislern fremd, wie Dennis bestätigt: „Alle Bands haben sich gut verstanden, wir haben soviel Spaß miteinander gehabt. Da waren keine Gegner da, alles war total relaxed.“ Kristian bestätigt diesen Eindruck: „Die Bands sind nicht rausgegangen, wir sind die großen Rockstars.“

Sind NNC nicht, auch nach dem Erfolg? „Wären wir gerne“, gibt Marco zu. Dennis ergänzt: „Man wird schon auf der Straße von drei Mädels erkannt: ‚Du bist von NewNoise Crisis.“ „Am Kuba war ein kleiner Junge mit Fahrrad: Ah, NewNoise Crisis“, kann auch Kanne eine Geschichte beisteuern. „Wir versuchen auf jeden Fall, professionell wie möglich durchziehen. Aber wenn nicht, auch nicht so schlimm. Wir fühlen uns nicht als beste Band der Region. Es gibt andere Bands, die besser sind, aber nicht teilgenommen haben. Eigentlich geht es uns darum, dass wir und das Publikum Spaß haben. Wir wollen uns nicht so geben wie der letzte Rockstar. So sein, wie man ist, kommt auch besser an als Skeletthandschuhe und weiß ich was.“ Dennis pflichtet ihm bei: „Auch wenn wir auf der Bühne sind. Es geht darum, Musik zu machen und auch einen gewissen Bekannheitsgrad zu bekommen, aber den haben wir ja.“ „Außerdem möchte ich lieber unsere Musik sprechen lassen, als uns selbst“, propagiert Kristian. „Ich bin kein großer Redner.“
Mit der Siegprämie der Endart gehen sie Ende Oktober in das Sonic Sound Studio nach Viersen, um eine EP mit fünf Songs zu produzieren.

Auf dem Hambach Rock am Samstag, 27. August, sind sie mit von der Partie, danach auf dem KSE-Festival am 17. September auf dem Spielplan. Zwischendurch geht es nach Mönchengladbach und Stuttgart. und am 4. November sind sie in Düren im KOMM.

New Noise Crisis:
Kristian Kannengießer - Gesang;
Marco Engel - Turntable;
Dominik Göbbels - Gitarre;
Dennis Stevens - Bass;
Uwe Maletz - Drums.
Zur Homepage: www.newnoisecrisis.de


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