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Den Ska im Blut und im Geist
Von arne schenk [13.08.2005, 21.34 Uhr]

Seit 1982 geben sie den Takt vor, nach dem die Jülicher Ska-Beine tanzen: The Blue Beat. Nach 23 Jahren wollen die Herren und die Damen noch einmal richtig Zunder geben und zeigen den alten Recken, dass sie es immer noch drauf haben, und den jungen Spunts, wo die Mucke wirklich abgeht. Auf dem KuBa-Open-Air rocken The Blue Beat gemeinsam mit Hammerhai, The Go faster Nuns, Days in Grief, LebensWeGe und The Anti Doctrine sowie in der After-Show-Party Schrottgrenze und Peilomat.

Sie sind wieder da: Ingo, Axel, Werner, Martin, Jösch und vorne Marco, Ruth (alle von links) alias The Blue Beat

Sie sind wieder da: Ingo, Axel, Werner, Martin, Jösch und vorne Marco, Ruth (alle von links) alias The Blue Beat

Warum Ska? Was ist das Besondere an dieser Stilrichtung?
The Blue Beat: Wir spielen Ska, weil wir für Reggae immer zu schnell waren. Uns gefällt halt diese Musik. Wir sind damit groß geworden.

Wie schafft man es, solange nur einer musikalischen Gangart treu zu bleiben?
The Blue Beat: Es hat uns immer Spaß gemacht, Ska zu spielen. Die Musik ist sehr rhythmusbetont und wird als Partymusik zum Abtanzen benutzt. Das hat sich Anfang der 80er Jahre so entwickelt. Außerdem geht es dabei nur um die Musik, es muss keine Message verbreitet werden. Wir sind ja keine Weltverbesserer. Wir nehmen uns nicht so ernst. In diesem schwierigen Umfeld der Ska-Szene haben wir uns nie vor irgend einem Karren spannen lassen, uns auch nie politisieren und vor allem nicht uniformieren lassen. Wir sind dafür zu sehr Musiker.

Wie hat sich die Gruppe gefunden?
The Blue Beat: Die Basis kommt von einer Schule, der Zitadelle. Noch nicht mal aus einer Klasse, diese Szene war stufenübergreifend. Das waren vier bis fünf verschiedene Jahrgänge. Die gehörten damals alle zur Jülicher Punk-, Ska- und Wave-Szene mit bestimmt 100 Leuten.

Welche Veränderungen hat Blue Beat über die Jahre mitgemacht?
The Blue Beat: Ne Menge. Personelle, erwachsen geworden, Kinder gekriegt, Ausbildung, Beruf, Krankheit, Nachdenklichkeit. Alles quer durch, was man halt so mitmacht im Leben. Wenn man alle Leute durchzählt, die mal bei Blue Beat mitgemacht haben, kommt man locker auf die doppelte Menge an Leuten. Wir haben mit Werner jetzt bereits den fünften Bassisten eingearbeitet und schon x Bläser gehabt. Aber der Stamm war immer dergleiche. Der hat zusammen gehalten.

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Zum Kuba-Open-Air am Samstag, 20. August, trumpfen The Blue Beat groß auf.

Zum Kuba-Open-Air am Samstag, 20. August, trumpfen The Blue Beat groß auf.

Was war der größte Erfolg, was das schönste Erlebnis?
The Blue Beat: Das kann man gar nicht sagen. Es gab Konzerte, wo wir vor fünf Leuten gespielt haben, und die Stimmung war trotzdem super. Dann sind wir auch mit den Stars vor einem Riesenpublikum aufgetreten. Das hatte ein ganz anderes Flair. Wir haben auf dem legendären Okie Dokie-Festival 1987 in Neuss gespielt oder mit dem „Godfather of Ska“ Laurel Aitken, der jetzt gestorben ist, in der Stuttgarter Roehre, mit Selecter, Desmond Dekker und dem Sänger von Bad Manners.

Wie steckt die Formation Rückschläge weg?
The Blue Beat: Rückschläge gabe es eine Menge. Mit viel Solidarität wird das gehändelt. Stehen wir nach langer Zeit wieder im Proberaum, springt sofort der Funke wieder über, und die Songs sind wieder da. Wir haben das irgendwo im Blut und im Geist. Man sieht sich nicht jeden Tag, vielleicht auch nur einmal im Monat oder nur im Jahr, aber wenn, dann ist das super.

Was ist das Besondere am Open-Air-Konzert beim Kuba?
The Blue Beat: Das ist für uns ein Neuanfang. Von 0 auf 100 mit neuer Live-CD, Konzerten im Winter und Frühjahr im ganzen Bundesgebiet.

Was erwartet die Fans?
The Blue Beat: Blue Beat pur. Die, die uns kennen, wissen, was sie erwartet: von der ersten bis zur letzten Minute Vollgas. Halt eine richtige Ska-Party. Jülich ist die klassische Fangemeinde. Wir sind mal gespannt, was das gibt. Es ist ja auch eine neue Jugendkultur gewachsen, die wir noch nicht kennen, und die uns auch noch nicht. Für die ist es etwas Neues, und diese Generation wollen wir ansprechen.

Wie lange wird es The Blue Beat noch geben?
The Blue Beat: Wir machen auf jeden Fall in zwei Jahren das 25-Jährige. Dann ist Halbzeit.

The Blue Beat, gegründet 1982:
Axel: Vocals and Entertainment;
Wolli: Trombone/Vocals;
Ruth: Sax/Percussion;
Ingo: Guitar/Vocals;
Martin: Rhythm Guitar;
Marco: Organ/Keyboard/Fancy Footwork;
Werner: Bass Guitar;
Jösch: Drums


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