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Die nackte Kunst, Emotionen zu bündeln
Von Ars [23.06.2005, 10.26 Uhr]

Runter mit überflüssigem Ballast: „Nackt“ präsentieren sich die Jülicher Gothic-Pop-Punk-Helden Psycho Luna auf ihrer neuen CD. Auf der Suche nach den entblößten Fakten enthüllt Mr. Lunario den künstlerischen Torso.

Nackt scheint Luna ein wenig Psycho

Nackt scheint Luna ein wenig Psycho

Nach „Eis-Mann-Welt“ ist „Nackt“ der zweite Teil der Trilogie. Wie nackt gibt sich Lunario?
Lunario: Bildlich gesprochen bedeutet es, die Kleider fallen zu lassen. Ich versuche, in den Songs auch Schwäche zu zeigen und dadurch neue Kraft zu schöpfen. Eine der Stärken von Psycho Luna, auch wenn es spaltet, ist, dass die Musik hundertprozentig ehrlich ist. Wenn man seine Emotionen preisgibt und auf dieser Ebene etliche Menschen erreicht, kann eine unglaubliche Kraft entstehen. Die will ich packen und bündeln.

So eine Art autobiographischer Seelen-Striptease?
Lunario: Was man über mich lernen kann, steht ja nicht zur Debatte, ich bin nur jemand, der Musik macht. Aber man kann über die Welt etwas lernen, über das Leben, darum geht’s.

Was erzählt denn das Leben?
Lunario: Es gibt zwei Ebenen von „Nackt“, eine erotische, aber auch eine, die oft auch etwas mit Armut zu tun hat. Ich wollte eigentlich zum Konzert Bilder vom Elend mit erotischen Bildern in einen Kontext stellen. Es exisitieren immer ein Plus und ein Minus, was auch im Titelsong herauskommt.

Wie lange hat es gedauert, bis das Werk draußen war?
Lunario: Insgesamt drei Jahre. Wir brauchten miit Unterbrechungen allein ein Jahr, bis alles aufgenommen war. Wir hatten viele Pannen, unter anderem war ein ganzer Song weg. Wir mussten ihn ganz neu einspielen. Das wollen wir uns in der Zukunft ersparen wollen, für die nächste Platte gehen wir direkt ins Studio.

Wer war bei den Aufnahmen dabei?
Lunario: Bis auf die Keyboards ist es noch in der alten Besetzung eingespielt worden. Aber wir haben schon sieben von den zehn Songs etwas länger im Live-Set drin. Wenn Songs so etwas wie eine Seele haben, dann stecken sie auch in der neuen Besetzung. Das ist zum einen durch den Besetzungswechsel zustande gekommen, zum anderen mit der Aufnahmeproblematik.

CD 1, die „Eis-Mann-Welt“ hatte das Motto „Auf der Suche....“. Welcher Slogan steht hinter „Nackt“?
Lunario: Die Suche hat (scheinbar) ein Ende...

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Im nackten Scheinwerferlicht: Leila Lugosi, Alex O, Mr. Lunario, RK, B-Punkt (von links nach rechts).

Im nackten Scheinwerferlicht: Leila Lugosi, Alex O, Mr. Lunario, RK, B-Punkt (von links nach rechts).

Welche Thematik behandeln die einzelne Teile der Trilogie?
Lunario: Der erste Teil hat sich mit der Isolationsproblematik befasst, die auch die Suche beinhaltet. Es ist eine Kernemotion, eine archetypische Emotion, die jeder Mensch fühlt. Der zweite Teil stellt dar, dass die Suche beendet zu sein scheint, das ist die Liebe. Das wird weiterhin auf die Spitze getrieben, dass es zum Teil drei, dem „Krieg der Götter“ kommt. Der beinhaltet Zorn, Hass und Rache. Es wird also definitiv härter sein.

Wieviel vom Kampf der Götter ist schon fertig?
Lunario: Das Rohmaterial stelle ich gerade zusammen. Die Titel stehen schon zu zwei Dritteln, und wir haben schon eine Vorstellung davon, in welches Studio wir das aufnehmen, damit es schneller geht, innerhalb von ein, zwei Monaten.

Das textliche Gerüst steht schon?
Lunario: Eine Handlungslinie, wobei ich jemand bin, der immer gerne im letzten Moment etwas ändert, auch im Studio. Der dritte Teil wird auf jeden Fall der härteste. Ich habe eine Vision, es wird einen sandigen Charakter haben, vom Sound her wie ein Wüstensturm. Was das musikalisch heißt, kann ich noch nicht sagen.

Wie motiviert man sich bei der CD-Release am 25. Juni mit dem alten Kram?
Lunario: Ich denke, mit unserer explosiven Show können wir das bringen. Außerdem identifiziere ich mich mit allen Songs, egal von welchem Album, und wenn sie ganz alt sind, Wenn ich zuhause sitze und qualitativ viel bessere Songs habe, ärgert mich das schon. Ich spiele dann Songideen, von denen ich weiß, das es womöglich fünf Jahre dauert, bis die rauskommen. Aber wenn ich einen Song veröffentliche, dann muss ich auch in zehn Jahren noch sagen können, ich finde ihn gut. Außerdem kann jeder Song immer wieder live anders sein.

RK: Mir ist die „Nackt“ viel näher als die „Eis-Mann-Welt“, viel straighter. Ich sehe das von der Gitarrenseite her.

Nackt: 10 Lieder und Multimedia-Teil mit Nadel-Video. Infos unter www.psycholuna.de.
Termine: Fr, 24. Juni, Offbeat Listening Session für alle Fans im Cafe Offbeat
Sa, 25. Juni, 20 Uhr, CD-Release-Party im Kulturbahnhof, mit dabei Code Orange, Mindless Tadpole, Individualverformer
Mo, 27. Juni ist die CD überall erhältlich im Vertrieb von Alive.
Das aktuelle Line-up: Lunario – Gesang, Gitarre; Leila Lugosi – Bass, RK – Gitarre; Jessy Jungle – Backing-Vocals; Alex O - Live-Keys; B-Punkt - Live-Drums


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