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D-Sailors: Per Speedboat durch die rauhe Punk-Rock-See
Von Arne Schenk [13.08.2007, 19.26 Uhr]

Auf halber Strecke zwischen dem Teufel und der tiefen blauen See schifften sich die Punk-Rocker „D-Sailors“ im idyllischen Jülich ein, um die Veröffentlichung des jüngsten Werkes „Between the devil and the deep blue sea“ zu feiern. D.D. Windisch, Sänger der Vorband „The Go Faster Nuns“, zeigte sich sehr geehrt, dass sie von den „mächtigen Sailors“ zur Party im Kulturbahnhof eingeladen waren.

Ingmar Sailor rockt das Publikum.

Ingmar Sailor rockt das Publikum.

Dafür revanchierten sich mit einer exquisiten Performance. Bassist Mr. Spaceboy ließ nicht nur seine Finger im 16tel-Stakkato rotieren, sondern wirbelte auch selbst über die Bühne und vollzog so manchen Kniefall vor seinen Mitmusikern, während Gitarrist T. van Guyzyfer mit grimassenverzerrtem Gesicht messerscharfe Riffs aus seiner Les Paul herausquälte, wenn er nicht ebenfalls über die Bretter tollte. Von hinten versorgte sie eher unauffällig Rue del Gado mit dem gehörigen Drum-Drive. Zwischendrin schien D.D. Windisch zuweilen auf dem Podest orientierungslos herum zu irren und produzierte mit diesem schier beiläufigen situativ-humoresken Habitus eine bizarr clowneske Attitüde à la Jacques Tati.
In scharfem Kontrast dazu polterte die Message der „Nonnen“ aus der PA-Anlage: Rock’n’Roll. Harte Rhythmen und eingängige Refrains, teilweise vom Spaceboy und Guyzyfer im Sixties-Harmoniegesang verhießen eine unwiderstehliche Mischung. Von „Darling“ über „Peppermint Petty“ bis zu neuem Material schleuderten sie ihre Pop-Punk-Perlen ins Publikum.
Eine Band wie die Bamberger „The Go faster Nuns“ ins Vorprogramm zu holen, bedeutete für die meisten nachfolgenden Combos den musikalischen Suizid. Nicht jedoch für D-Sailors, denn diese sind noch schneller und zogen die Dampfschraube noch ein Stückchen an. Der aufgestaute Druck entlud sich in einer Detonation sondergleichen, vom Opener „Catcher in the Rye“ bis zur letzten Zugabe „Turn the Pages“. Keine kurze Atempause zum Verschnaufen gönnten die Wasserratten ihrem Publikum genau so wenig wie sich selbst.

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Macht schneller, ihr Nonnen!

Macht schneller, ihr Nonnen!

Unaufhörlich wetzten Gitarrist Ingmar, Bassist Uli G. und Sänger Uli B. von vorne nach hinten, von links nach rechts und umgekehrt, ließen keinen Zentimeter der Bühne unbeackert, also ob jede Sekunde des Verharrens auf Kosten des Abrockens ginge. Unglaublich, dass diese Band bereits 15 Jahre auf dem Buckel hat.
Zu spüren war dies allerdings in der souveränen professionellen Präsentation des Programms. Trotz aller Bewegung verlor keiner der Mitstreiter den roten Faden. Zudem vermittelte Spiellaune als fünftes Gruppenmitglied als Mittler die Message. Steuermann Matthi trieb seine instrumentalen Ruderer von achtern per Drum-Beat zum Hochgeschwindigkeitstakt an, so dass der alte Kahn als Speedboat durch die rauhe Punkrock-See stürmte.
Unüberhörbar, dass sich die neuen Songs nahtlos in das Repertoire einfügen. Fast das gesamte neue Album kam zur Aufführung, dazwischen ältere Gassenhauer wie „Maybe“, „The Devil stole my Saxophone“ und „No tomorrow“. Dass die Jungs sich mit Konzerten und CD-Produktion auch weiterhin ihrer großen Leidenschaft hingeben, nimmt man ihnen durchweg ab.
Glaubhaft wurde dies auch dadurch, dass sich die Seeleute eine weiteren Anheizer ins Boot holten: „The Decline“, ein Jülicher All-Star-Projekt, dass zuvor einmalig im Jahr 2000 zusammengefunden hatte. Sie traten in Originalbesetzung mit den beiden Seemännern Ingmar und Uli G. sowie Sänger David und Drummer Daniel von „Manticor“, Gitarrist Volker (Ex-„Ascrum“) plus einem hervorragenden Bläsersatz um Baritonsaxophonistin Ruth von „The Blue Beat“ und den beiden „Neuen“ an den Posaunen, Markus („Blue Beat“) und Hacky an.
Die Truppe hielt bei dem 20-minütigen NOFX-Song die Spannung über die gesamt Zeit aufrecht, so dass sie nur für eine Zugabe die Bretter verlassen durften. Diese fiel mit etwa fünf Sekunden zwar äußerst knapp aus, untermauerte aber damit, dass mit „The Decline“ bereits alles gesagt und gespielt war. Alles nur aus Spaß. Den hatten an diesem Abend vermutlich alle zwischen Mischpult und der hohen dunklen KuBa-Mauer.


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