JAM-Logo

Home|Titelgeschichten|Konzerte|
Stories|News|Termine|Galerien|
Links|Newsletter|RSS|

Seltsam ziellos, aber preisverdächtig
Von Arne Schenk [19.10.2005, 17.34 Uhr]

Ziellos gibt sich die Jülicher Band „Pikhouse“ ganz offiziell, doch genau das Gegenteil ist der Fall. Denn sie wurden für das Halbfinale des Deutschen Rock- und Pop-Preises in der Sparte Rock ausgewählt, eben mit dem Song „Aimless“, auf deutsch „ziellos“. Abgefetzt wird dazu am Montag, 21. November, im Musical Theater Neue Flora in Hamburg. Dann heißt es, Daumen für das Finale zu drücken.

Von der Scheune in den Wald: Pikhouse

Von der Scheune in den Wald: Pikhouse

Eigentlich müsste das Lied „Zufällig“ heißen, denn genau so ist es entstanden. Gitarrist Volker Muskat schrubbelte zum Aufwärmen und Stimmen seines Instruments ein paar Akkorde, da meinte Sänger Michael Clemens: „Klingt gut, lass uns ein Stück draus machen.“ Gesagt, getan. Stilrichtung? Nun ja, auf dem Arbeitsblatt des anderen Gitarristen, Gereon Elbers, steht dazu „Grunge Ballad“. „Bevor wir einen Text hatten, habe ich das irgendwie benannt“, meint Gereon. „Es klang halt nach Grunge und war etwas getragener.“ Bassist Frank Johnen haut direkt in dieselbe Kerbe: „Mich hat das immer an ein Stück von Pearl Jam erinnert.“
„Wir hatten sowieso immer schon vor, eine Ballade zu machen“, erklärt Drummer Giuseppe Melicia. Dabei hat Sänger Michael doch einige Einwände: „Ballade kann man dazu nicht direkt sagen.“ Er habe zu diesem Thema noch ganz Anderes im Sinn. Unrecht hat er nicht, schließlich ist „Aimless“ mit seinem schweren Half-Time-Rhythmus und den verzerrten Heavy-Akkorden kein typisches Schmuselied.
„Like a stranger I was aimless in the night“ beschwört der Barde die Rast- und Ruhelosigkeit des Protagonisten. Worte, die ziemlich lange auf sich warten ließen. „Ich habe ewig nach dem Text gesucht“, bemerkt Clemens. Dann wurde er urplötzlich von der Muse geküsst. Nach zwei Pina Colada und zwei Cider im Irish Pub. Ruckzuck waren die Lyrics für zweieinhalb Stücke geschrieben: „Es kam irgendwie, lag mir auf einmal auf der Zunge.“
Auch danach lief es nicht nach dem Motto: Tolles Lied geschrieben mit prima Text und Klasse-Musik, nun ab dafür und den Deutschen Rockpreis gewonnen. Im Gegenteil: Volker bekam eine Email mit den Wettbewerbsbedingungen, eine CD zu schicken. Das wurde dann erst in der Bandrunde besprochen: „Ja, machen wir einfach“, hieß es da, mit dem Hintergedanken: „Kommt ja eh nichts bei rum.“ Immerhin war die CD eine mehr oder minder gute Live-Aufnahme. Das erste Stück darauf wurde gewertet: „Aimless“. Die Wertungskriterien: Komposition, Text, Arrangement, Gesang, Instrumentation, Originalität, Kreativität und natürlich persönlicher Eindruck.
Doch was nützt jegliche Originalität und Kreativität, wenn niemand kommt, um dies zu würdigen? So fühlten sich die Pikhäusler ziemlich niedergeschlagen, als sie auf dem „Burning Campus“ an der Fachhochschule erneut vor einem ziemlich intimen Publikumskreis konzertieren durften. Eigentlich eine Superveranstaltung, ist der allgemeine Konsens, aber wieder einmal zu wenig Zuschauer. Auch Gereon Elbers fuhr etwas enttäuscht nach Hause mit dem Gedanken: „Jetzt trinkst Du erst einmal ein gepflegtes Bier!“ Vorher warf er noch einen Blick auf die Tagespost. Ein dicker Brief mittendrin, von der Deutschen Popstiftung zum Thema 23. Bundesrock- & Popfestival/Deutscher Rock- & Pop Preis 2005.

Werbung

Pikhouse lassen viele Probleme hinter sich.

Pikhouse lassen viele Probleme hinter sich.

„Als ich den aufgemacht habe, dachte ich: eine Absage.“ Erst wurde der Brief einmal gelesen, dann noch einmal, dann ging der Finger zum Telefon, die Mitmusiker angeläutet. Auch dort hellte die Stimmung, vorher „nicht die allbeste“, merklich auf. Michael war sogar an dem Punkt angelangt, an dem er den Sinn des Ganzen in Frage stellte: „Noch so einen Gig, dann hätte ich keinen Bock mehr gehabt.“ Das etwas in der Luft lag, roch indes Volkers feines Näschen. Bereits auf dem „Burning Campus“ hatte er Gereon gefragt, ob dieser von dem anderen Festival gehört hätte: „Ich hatte in der Nacht davor davon geträumt.“
Der Erfolg ist also dem Quintett nicht in die Wiege gelegt worden. Wann hatte sich die Gruppe noch gegründet? „Das war doch kurz nach dem Krieg“, schmunzelt Gereon. Genau, im Jahr 2001. Giuseppe und Volker waren Nachbarn. „Beim Lagerfeuer habe ich ihm ein paar ältere Aufnahmen vorgespielt, alles eigene Songs“, erinnert sich der Mus(i)kat, früher unter anderem bei den „Mistakes“. Milicia, der kurz zuvor seinen Bap-Coverbandjob geschmissen hatte, zeigte sich sehr interessiert. Dieser kannte wiederum Frank (Ex-Crawfish, Ex-Trapland), der bemerkte: „Wenn ihr einen Bassisten braucht, komme ich gerne mit.“
Nach einigen Proberaumstationen endeten sie in Franks Scheune, die das Trio an einen Schweinestall erinnerte, an ein Pikhaus. Haus wurde englisch und der Name gefunden. Als nächstes initiierte Volker das Musikprojekt an der Fachhochschule Aachen Standort Jülich mit. Die zwölfköpfige Combo war ein Unternehmen auf Zeit. Bestand hat seither aber der Kontakt zum zweiten Gitarristen des Projekts, Gereon Elbers, der zwischen Coverband und Musikprojekt acht Jahre pausiert hatte und nun in das Pikhouse gehievt wurde. „Zu der Zeit waren wir eine rein Koslarer Band.“
Ein Dorfgewächs als Sänger konnte indes nicht aufgezogen werden. Nach einigen Versuchen mit verschiedenen Vokalisten wurde das Quartett im Irish Pub fündig, wo sonst? Damals hatte der Ex-Frontmann von „Blend of Choice“ und „Tunes you know“ seine Musikerkarriere bereits an den Nagel gehängt, wurde aber erfolgreich von Giuseppe reaktiviert.
Nun sieht die Zukunft wieder seltsam aus. Denn „Strange-Rock“ steht auf dem Etikett, das die Formation für ihre eigenwillige Musik aus Blues, 70er-Jahre (Hard)Rock, Pop und Funk entworfen hat. Bevor sie jedoch wie Pik 7 nach möglichen Preisen hausieren gehen, haben sie hierzulande schon ein positives Echo erfahren. Eine Reihe Studierender plant eine Exkursion nach Hamburg, um die Jungs dort kräftig anzufeuern. Auf die Plätze, fertig, da ist das Ziel – los!

Pikhouse, gegründet 2001
Aktuelle Besetzung:
Michael Clemens – Gesang; Volker Muskat – Gitarre; Gereon Elbers – Gitarre; Frank Johnen – Bass, Gesang; Giuseppe Milicia – Schlagzeug.


Dies ist mir was wert:    |   Artikel veschicken >>  |  Leserbrief zu diesem Artikel >>

NewsletterSchlagzeilen per RSS

© Copyright 2012 Presse- und KulturBüro Schenk + Schenk | Datenschutz

JAM News

Tschüß und Hallo [08.06.2010, 16.15 Uhr]  >>
Zum Zahn gestoßen [08.06.2010, 16.13 Uhr]  >>

JAM Titel

32 Jülicher Bands für die Killlerrübe
Bis auf eine Gruppe stellen alle „Acts“ den 7. Jülichsampler bei der großen Release-Party am Freitag, 26. November, ab 19.30 Uhr und am Samstag, 27. November, ab 15.30 Uhr live im Kulturbahnhof vor. Inklusive Doppel-CD kostet der Eintritt für beiden Tage 11 Euro. Das Tagesticket ohne CD kostet 7 Euro, Jugendliche über einem Meter bezahlen 3 Euro. [25.11.2010, 18.57 Uhr]  >>

JAM Konzertbericht

Fetziger Jazz in traumhaftem Ambiente
Fetziger Old Time Jazz in dem traumhaften Ambiente des Wymarhofes in Kirchberg – das zeichnet den Sommerjazz des Jülicher Jazzclubs aus. Genau des perfekte Terrain für Pim Toscani’s Dixieland All Stars, die am Sonntag, 21. Juni, 11.30 Uhr, den Innenhof des Wymarhofes zum Klingen bringen. Einlass wird ab 11 Uhr gewährt. Der Eintritt kostet 8 Euro, 5 Euro für Mitglieder. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben freien Eintritt. Bei schlechtem Wetter spielen die „All Stars“ vor Ort in einer Scheune.  [11.06.2009, 16.05 Uhr]  >>

JAM Story

Die Nacht, als die Jugend endete...
„Heute endet meine Jugend!“ Melancholische Gedanken manifestierten sich im Kulturbahnhof, mehrfach geäußert von Fans, die sich noch einmal dem klanglichen Rausch vergangener Tage hingaben. Denn an diesem Abend verkündete Uli Sailor in der ausverkauften Halle des Kulturbahnhofs das Motto des Abends als finalen Akt: „Guten Abend. Wir sind D-Sailors, wir sind gekommen, um uns aufzulösen!“ [22.06.2010, 22.51 Uhr]  >>

Topthema

"Crazy Chrismas" alle Jahre wieder im August
Wer feiert schon ein Weihnachtsfest am 7. August und im Winter Beach-Partys? Paddy und Ross Lynch im Irish Pub im Nordviertel. Sie sind der Überzeugung: Wenn man hier etwas werden will, muss man ein bisschen „crazy sein“. Und der Erfolg und das „Easy Publikum“ geben ihnen recht.  [24.06.2011, 06.49 Uhr]  >>

Immer auf dem Laufenden



Newsletter >>

JüLicht auf Ihrer Site

Sie können unsere aktuellen Schlagzeilen auf Ihrer Website präsentieren - hier steht, wie >>.

Kontakt

Welches Anliegen Sie auch immer bewegt, über unser Kontaktformular >> können Sie mit uns in Verbindung treten.

Werbung